Sicherheit im Fokus: Landkreis investiert in Brand- und Katastrophenschutz
Mit der Einweihung der erweiterten Fahrzeughalle am Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKS), der Übergabe von insgesamt sieben neuen Einsatzfahrzeugen und der offiziellen Umbenennung des bisherigen Atemschutzzentrums (ATS) in Brand- und Katastrophenschutzzentrum setzt der Landkreis ein starkes Zeichen und deutliches Signal für den Bevölkerungsschutz. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Feuerwehren und Hilfsorganisationen nahmen an der Feierstunde teil und würdigten die Investitionen in die Sicherheit der Bevölkerung.
Infrastruktur für wachsende Anforderungen
Nach der Begrüßung durch Kreisbrandrat Christian Mederer betonte Landrat Ben Schwarz in seinem Grußwort die stetig wachsenden Herausforderungen im Brand- und Katastrophenschutz. Extremwetterereignisse, technische Hilfeleistungen und immer komplexer Einsatzlagen stellten immer höhere Anforderungen an Einsatzkräfte und Infrastruktur. Mit dem Ausbau des Brand- und Katastrophenschutzzentrums schaffe der Landkreis die notwendigen Voraussetzungen, um diesen Anforderungen auch künftig gerecht zu werden.
„Diese Investition ist eine Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger und zugleich in die Zukunft unserer Feuerwehren“, so der Landrat. Sein Dank galt insbesondere den Mitgliedern des Kreistages, die das Projekt trotz intensiver Diskussionen auf den Weg gebracht hätten. Rückblickend habe sich die Entscheidung als richtig erwiesen: Während bei Baubeginn noch nicht absehbar gewesen sei, wann die zugesagten Fahrzeuge ausgeliefert würden, konnten nun Gebäude und Fahrzeuge nahezu zeitgleich ihrer Bestimmung übergeben werden.
Über die Entstehung der neuen Fahrzeughalle informierte Herr Dorweiler vom Sachgebiet Hochbau des Landratsamtes. Bereits Anfang 2024 fasste der Kreistag den Beschluss zur Planung der Erweiterung. Die Umsetzung der Planungsleistung erfolgte größtenteils in Eigenleistung durch die Hochbauabteilung des Landratsamtes. Bauleitung und Elektroplanung wurden ebenfalls intern übernommen, lediglich die Gewerke Sanitär und Abwasser wurden an externe Fachfirmen vergeben. Besonders erfreulich sei, dass die Baumaßnahme innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens abgeschlossen werden konnte.
Die Planer standen dabei vor besonderen Herausforderungen. Während der gesamten Bauzeit mussten die Verkehrswege und Umfahrungsmöglichkeiten erhalten bleiben. Gleichzeitig wurde das Grundstück optimal genutzt.
Die neue Fahrzeughalle bietet auf rund 260 Quadratmetern Platz für vier Einsatzfahrzeuge. Sie wurde direkt an den bestehenden Gebäudekomplex angebunden und um einen modernen Waschplatz im Außenbereich ergänzt. Die Beheizung erfolgt über die bestehende Heizungsanlage des Gebäudes.
Moderne Technik und kirchlicher Segen
Die Schlagkraft des Landkreises wird durch insgesamt sieben neue Spezialfahrzeuge und Geräten gestärkt, welches ebenfalls im Mittelpunkt der Veranstaltung stand. Dazu zählt ein Versorgungs-LKW für Notstromausstattung, ein CBRN-Erkundungskraftwagen für Gefahrguteinsätze, ein Gerätewagen für die Drohneneinheit, 2x ATV (All-Terrain-Vehicle), eine Forsttransportraupe und ein Baumbiege-/Spannungssimulator für Motorsägen-Ausbildung. Mit ihnen sind die Feuerwehren und Fachdienste des Landkreises künftig noch leistungsfähiger aufgestellt. Landrat Ben Schwarz übergab den symbolischen Fahrzeugschlüssel an die Kreisbrandinspektion. Kreisbrandinspektor Hans Wolfsberger informierte anschließend alle Anwesenden über die technischen Details der Fahrzeuge. Danach folgte die Segnung der Fahrzeuge, die durch Dekan Volker Klemm, Dekan Matthäus Ottenwälder und dem Fachberater Seelsorge Bruder Vincent - Andreas Bittner durchgeführt wurde.
Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe eines Spendenschecks der Sparkasse Mittelfranken-Süd. Frau Mehringer überreichte 10.000 Euro zur Unterstützung der Fahrzeugbeschaffung und unterstrich damit das gesellschaftliche Engagement der Sparkasse für den Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis. Weitere Spenden kamen unter anderem von der Firma Steib Motorgeräte in Heideck sowie vom Kreisfeuerwehrverband Roth für die Anschaffung des Baumbiege-/Spannungssimulator.
Zu den Gratulanten gehörten auch der Bundestagsabgeordnete Ralf Edelhäuser und der Landtagsabgeordnete Volker Bauer. Beide würdigten die Investitionen des Landkreises als wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung. Volker Bauer überbrachte zudem die Grüße und Glückwünsche des Bayerischen Staatsministers des Innern.
„Team 112“: Vorbild für die Mitgliedergewinnung
Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung des Projekts „#Team 112 – Willkommen in der Freiwilligen Feuerwehr“, das vom Landesfeuerwehrverband Bayern begleitet wurde. Dr. Marina Wieluch und Andrea Schießl stellten die Ergebnisse des Projekts zur Mitgliedergewinnung vor. Gemeinsam mit fünf Feuerwehren aus dem Landkreis wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren Maßnahmen entwickelt und erfolgreich erprobt. Die dabei entwickelten Maßnahmen fanden bayernweit große Beachtung und mündeten in einen Leitfaden, der künftig allen Feuerwehren im Freistaat als Hilfestellung bei der Gewinnung neuer Mitglieder dienen soll.
Die Erweiterung des Brand- und Katastrophenschutzzentrums, die neuen Einsatzfahrzeuge sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung zeigen, dass der Landkreis den Brand- und Katastrophenschutz konsequent zukunftsorientiert ausrichtet. Moderne Infrastruktur, leistungsfähige Technik und das große Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte bilden die Grundlage für einen wirkungsvollen Schutz der Bevölkerung.
Text & Fotos: KBM Matthias Hiltner, Kreisbrandinspektion Landkreis Roth